Pumpen OP verschoben *seufz*

Erst ein mal hey an euch alle!
Wie der Titel schon verrät habe ich semigute Nachrichten bezüglich meiner zweiten OP des Aufbaus.
Vor zwei Wochen habe ich leider die Nachricht aus Potsdam bekommen, dass sich meine OP verschiebt, da Dr. Daverio verhindert ist.
Zur Auswahl standen Ende Juni oder erst wieder ab September.
Die Entscheidung war eine richtige Zwickmühle, weil mein Jahr sehr sehr knapp geplant war und ich eigentlich alles punktuell perfekt gelegt hatte.
Zu meiner „Misere“: Zum Wintersemster wollte ich anfangen zu studieren – was den September und die späteren Monate ausschließt, da ich direkt am Anfang des Studiums fehlen würde.
Im Juli finden zwei, für mich wichtigte, Ergeinisse statt: CSD und Parookaville(ein Festival vergleichbar mit Tomorrowland, nur in kleiner, für welches ich bereits seit über einem halben Jahr Tickets hatte). Von den beiden Dingen ist und war mir der CSD, welcher in Köln immer am ersten Juli Wochenende stattfindet, am wichtigsten.
Nun gab es also die Möglichkeit mir den Einstieg ins Studium zu erschweren oder mir meinen Sommer zu versauen. Schweren Herzens habe ich mich also für die zweite Option entschieden. Was bedeutet, dass mein neuer OP Termin nun der 23.06.2016 ist. Also noch genau ein Monat von heute an!
Das bedeutet jedoch auch: nahezu den ganzen Sommer nicht schwimmen, generell zurückstecken und und und.
Jedoch ist mir auch bewusst, dass meine „Probleme“, die ich euch gerade schilder, erste Weltprobleme sind. Schließlich habe ich das ganze Glück und kann mich sogar in Potsdam von Dr. Daverio operieren lassen.
Nichts desto trotz war dies ein herber Rückschlag für mich und hat mich traurig gestimmt.
Doch mal von allem ab: Ich glaube, dass alles einen Sinn hat! Also wird auch diese kleine Wegänderung irgendwie einen Sinn gehabt haben.

Danke für die Zeit, die ihr euch immer nehmt um meine Posts zu verfolgen!

 

Love always,

Aaron

Update: Phalloplastik OP

Wie es mir soweit mit der Phalloplastik geht.
So meine lieben Mitleser_innen,

am 24.05.2016 ist es so weit und ich habe die zweite OP im Bezug auf meine Phalloplastik.
Im Gegensatz zu der ersten sollte sie nicht so anstrengend werden.
Eigentlich wird nur die Erektionspumpe eingesetzt, dafür ist eine Woche Krankenhausaufenthalt angesetzt – wo ich jetzt schon keine Lust drauf habe.
Aber ich will endlich für mich fertig sein.
Außerdem habe ich beschlossen in einem Rutsch meine Brust korrigieren zu lassen.
Frau Doktor Ebert aus Troisdorf hat zwar eine sehr gute Arbeit bei meiner Mastektomie geleistet, aber es ist noch zu viel überschüssige Haut, vor allem an den Brustwarzen.
Insgesamt ist das kein großes Manko, jedoch stört es mich bei jedem Blick auf meine Brust. Also habe ich mir gedacht, dass wenn ich sowieso schon unterm Messer liege, auch dort eine Korrektur vornehmen lassen werde.
Ich hoffe, dass das die richtige Entscheidung ist.

Ängste:

Meine Angst vor dieser OP ist, dass sich Pumpe in irgend einer Weise entzünden sollte und/oder Wundheilungsstörungen auftreten, welche mir meinen Sommer vermiesen.
Seit über einem Monat bin ich regelmäßiger Gast im Fitnessstudio und habe schon erfolge zu verzeichnen. Durch diese OP würde ich wieder zwei Monate ausfallen, was mich so sowieso schon nervt. Sollten Komplikationen bei der Heilung auftreten, verlängert sich der Ausfall. Plus ich will diesen Sommer wieder viel schwimmen, was dadurch auch flach fallen würde.
Aber ich will mal nicht den Teufel an die Wand malen und so positiv wie nur möglich an die zweite und vorerst letzte OP rangehen.
Also toi toi toi, drückt mir die Daumen! 😀

Love always,

Aaron

Phalloplastik 2 Monate post operativ

Nun folgt auch ein Update von mir zu meiner Phalloplastik:

Die OP ist nun etwas über zwei Monate her und ich steh wieder voll im Leben. Insgesamt habe ich mich viel schneller regeneriert, als ich es gedacht habe.
Meine Fistel ist nach ca. einem Monat von selber zugewachsen (yay). Und seit zwei oder drei Wochen bin ich nun auch komplett Schmerzfrei.
Den ersten Monat hatte ich beim Stehen häufig starke Schmerzen zwischen den Beinen. Aber von heute auf morgen waren diese auch Geschichte.
Mein Arm hat eine geschätzte Bewegungsfähigkeit von 80% zurück erlangt. Es folgt jetzt noch ein paar Mal Krankengymnastik um wieder auf 100% zu kommen.
Nächsten Monat darf ich endlich alles wieder normal machen. Das bedeutet, dass ich wieder schwimmen und baden darf. Außerdem darf ich dann endlich wieder zum Sport gehen – dort fange ich bestimmt bei null an. Aber jeder hat sein Paket zu tragen.

Alles in allem geht es mir also blendend und ich bin über glücklich. Wenn ich bedenke, was ich vor der OP für eine Angst hatte, muss ich schmunzeln. Ich würde diesen Schritt immer wieder gehen und kann die zweite OP kaum erwarten, um dann endlich für mich „vollständig“ zu sein.

Das was ich euch hier erzählt habe, hab ich auch nochmal in Youtube erzählt 😛

Love always,
Aaron

Das Video dazu:

Konntest du dir die Größe eigentlich aussuchen?

Hier mal ein Nachtrag und Video rund um alle Fragen zur Phalloplastik.
Für jeden von euch, der jetzt zu faul ist sich mein Video anzugucken oder einfach keine Zeit hat und auf der Suche nach einer schnellen Antwort ist:
Nein ich konnte mir die Größe nicht aussuchen. Für gewöhnlich kann man sich die Größe nie aussuchen. Operateure sind keine Magier und können nur mit den ihnen gegebenen Ressourcen arbeiten. Außerdem sollten die Relationen am Ende auch alle passen ;P

Wer jetzt doch Bock auf ein bisschen mehr Aufklärung rund um die Frage hat, ob man sich die Größe aussuchen kann, für den hab ich auch ein Youtube Video bereitgestellt.

Zu dem Video:

Viel Spaß damit

UND

love always,

Aaron Joel

Phalloplastik in Potsdam

Viel Spaß bei der Dokumentation meiner Phalloplastik!

Meine lieben Mitleser_innen,

endlich melde ich mich auch hier zu Wort und möchte meine Erfahrungen, die ich in Potsdam sammeln durfte, mit euch teilen:
Die Operation behinhaltete: Phalloplastik, Kolpektomie, Hysterektomie und Adnektomie.

Mein Aufbau war für den 16.11.15 angesetzt. Angereist bin ich mit meinen Eltern und meinem besten Freund am 14.11.15. Die erste Nacht haben wir gemeinsam in einer Ferienwohnung verbracht, welche meine Eltern für die kommenden zwei Wochen gemietet hatten.

15.11.15:

Es war ein Sonntag und ich durfte frühstücken. Das war das letzte Essen für die nächsten zwei Tage. Wirklich reinschlagen konnte ich leider nicht, weil all die Aufregung und die Angst sich breiter in meinem Magen machten als der Hunger.

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Der berüchtigte Einlauf

Gegen kurz nach zehn sind wir in der Klinik Sanssouci eingetroffen und wurden von einer Schwester auf mein Zimmer geführt. In den nächsten Stunden waren meine Gedanken alles, nur nicht klar. Ich hatte riesige Angst, aber auch Aufregung und Vorfreude. Mit jeder kleinen Aktion die dann folgte wurde es für mich ernster und mir wurde immer mehr bewusst, dass es bald so weit war. Gegen Mittag gab es den ersten Einlauf, ein Zweiter folgte am Abend.
Das einzige „Essen“ was ich noch zu mir nehmen durfte war eine Brühe. Abends habe ich mir dann eine Schlaftablette geben lassen, weil ich mir bewusst war, dass ich die Nacht sonst kein Auge zumachen würde.

16.11.15:

Gegen halb sieben wurde ich von der Schwester geweckt mit der Anweisung zu duschen und die Bereich zu rasieren. Nachdem ich dieses schnell erledigt hatte, hab ich direkt meine Freundin angerufen. In diesen Minuten wäre ganz alleine zu sein das schlimmste für mich gewesen. Ich hatte nicht mehr nur Angst, es war in diesen Momenten wirkliche Panik. Mit dem ein oder anderen Moment wo ich dachte es abzublasen. Aber im gleichen Moment kam der Gedanke wie sehr ich dies a

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Die Wirkung der Pille in einem Bild

m Ende bereuen würde. Um sieben kamen meine Eltern und mein bester Freund. Gleichzeitig dazu bekam ich meine LMAA Tablette.Diese zu schlucken fiel mir unglaublich schwer. Mit dem Runterschlucken dieser Tablette würde ich mich vollkommen aufgeben und fallen lassen. Innerhalb weniger Minuten würde sie wirken, meinen Kopf dusselig machen und jeden Gedanken und Willen von mir brechen. Ich hatte solche Angst, aber ich wusste auch wie sehr ich es wollte. Also schmiss ich sie mit Überwindung ein. Ab da weiß ich gar nichts mehr. Meine einzige Erinnerung kommt aus dem Operationssaal, in dem ich kurz klar im Kopf war und die OP-Schwester angeguckte. In diesem Moment war ich frei von Angst, beruhigt und bereit für das was kommt.

17.11.15:

Meine ersten zeitlichen Erinnerungen von diesem Tag sind von gegen zwei Uhr morgens. Da war ich das erste Mal bewusst wach und habe die Nachtschwester, welche die ganze Nacht an meinem Bett saß und meinen Penoid gecheckt hat, nach der Uhrzeit gefragt. Meine einzigen Gedanken bei jedem einzelnen Aufwachen waren „aua“. Dies hab ich auch jedes Mal kund getan. Aber kaum habe ich einen „aua“-ähnlichen Laut von mir gegeben, gab es ein paar ML Opium in meinen Zugang und innerhalb von Sekunden war der Schmerz, aber auch mein Bewusstsein, weg. Ich werde ehrlich sein: Die Nacht war unendlich anstrengend und hat sich gezogen. Gefühlt war ich alle zehn Minuten wach und habe nach der Uhrzeit gefragt. Irgendwann als die Nachtschwester, ihr Name war übrigens Anja, nach meinem Penoid geschaut hat, hat sie mich drauf gucken lassen. Die Spitze des Penoids zu sehen hat mich unglaublich beruhigt. Parallel dazu habe ich das erste Mal meine Finger bewegt, einfach um zu gucken ob noch Gefühl da war. Und ja es war noch Gefühl da, lediglich mein Daumen hat sich taub, bzw. eingeschlafen angefühlt. Am Morgen hab ich meine

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Mein erstes „waches“ Bild

Eltern und meinen besten Freund an meinem Bett gesehen. Viel habe ich nicht mit ihnen gesprochen.Gegen zehn Uhr bin ich wieder auf mein Zimmer geschoben worden, wo ich mich irgendwie wohler fühlte als auf der Nachtstation davor. Wirklich viel weiß ich von diesem Tag nicht mehr. An dem Tag gab es auch einen Verbandswechsel, dort konnte ich das erste Mal meinen gesamten Penoid angucken. Davon weiß ich jedoch nichts mehr, es wurde aber alles auf Fotos festgehalten.

18.11.15:

Auch dieser Tag ist so gut wie gar nicht mehr in meinem Gedächtnis verfügbar. Ich glaube ich habe ein wenig gefrühstückt, viel geschlafen und auch zu Mittag gegessen. Ansonsten war der Tag durchzogen von Opiaten und schlafen. Ich glaube an dem Tag wurde eine meiner beiden Leisten-Drainagen gezogen.

19.11.15:

Der dritte Tag post op, an dem Tag war ich schon klarer im Kopf. Ich hatte jedoch weiterhin viele Spritzen mit Opiaten bekommen – alle auf mein Nachfragen. Seit dem Moment des ersten Aufwachens nach meiner OP hatte ich mit Übelkeit zu kämpfen. Übergeben musste ich mich zum Glück kein einziges Mal. Dieser Tag war auch gut aushaltbar, da ich weiterhin viel geschlafen habe.

20.11.15:

Am vierten Tag post op war mein Kopf wieder zu 100% klar und desto genervter war ich. Ich musste liegen, durfte nicht sitzen, nicht laufen. Nicht mal auf der Seite schlafen. Alles, einfach alles hat mich genervt. Zu der Zeit war ich ein schrecklicher Griesgram. Meine Eltern und mein bester Freund mussten zu der Zeit wirklich viel mit mir aushalten. Essen war bis dato immer noch nicht wirklich. Zwar verlangte jeder von mir, dass ich essen müsste, jedoch war mir weiterhin unendlich schlecht. An diesem Tag wurde mir auch mein letzter Zugang gezogen, war bedeute: kein Opium mehr – davor hatte ich wirklich Angst, weil die starken Schmerzen schnell dadurch bekämpft wurden konnten. Zudem wurden meine beiden letzten Drainagen, eine letzte aus der Leiste und eine aus meinem neuen Hodensack, gezogen.
Es wurden also von Tag zu Tag weniger Schläuche an mir und meinem Bett. Auch wurde das Sauerstoff/Sättigungsmessgerät an meinem Penoid entfernt. Auch das hat mir wieder viel Angst gemacht. Die vier Tage davor habe ich Tag und Nacht, jeden wachen Moment, auf der Gerät und die Sättigung meines Penoids geschaut. Dies gab mir unendliche Sicherheit. Aber laut Ärzten waren die schlimmsten Tage überstanden und die Gefahr eines Absterbens nahezu gleich null. Als ich das hörte fielen so viele Steine von meinem Herzen, all die Last von meinen Schultern lockerte sich. In diesem Moment habe ich geweint, richtig geweint, wie schon seit Jahren nicht mehr.

21.11.15:

Ich glaube von Tag zu Tag wurde ich unerträglicher. Zwar pendelten sich die Schmerzen ein, jedoch wurde meine Psyche immer schlimmer. Ich war einfach unglaublich genervt von allem, genervt davon ans Bett gebunden zu sein. Aber es gab einfach diesen strickten Plan, dass man sich erst am sechsten Tag post op hinsetzen durfte. Logischerweise wurde bei mir keine Ausnahme gemacht.
Zum Glück wurde ich von meiner Mutter, meiner Freundin und meinem besten Freund bespaßt, sie waren alle sehr ausdauernd. Schmerzen hielten sich weiterhin in Grenzen und ich brauchte keine extra Schmerzmittel. Wie auch all die Tage zuvor hat mich mein Katheter sehr genervt. Der Urin floß einfach  nicht von alleine. Die Blase damit zu entleeren ist ungelogen eine Art Wissenschaft. Schwenken, von links nach rechts und hoch und runter. Irgendwann fließt der Urin endlich raus und die Blase entspannt sich. Nahezu jedes Mal wenn die Blase endlich ganz entleert war, stieß der kleine Ball des Katheters in meiner Blase an die Blasenwand, das ist ein unglaublich unangenehmes und schmerzhaftes Gefühl. Und das durfte ich ein paar Mal täglich mitmachen.

22.11.15:

Endlich waren sechs Tage rum und ich durfte mich das erste Mal hinsetzen. Direkt vorm Frühstück kam eine Schwester rein und machte mich bereit für das erste Sitzen. Ich war sehr aufgeregt aber auch unglaublich ungeduldig. Das hinsetzen war sehr anstrengend und als ich erst einmal saß ging mein Blick schnell nach unten. Die Schwester redete parallel auf mich ein, dass ich nicht nach unten gucken sollte. Und sie hatte recht, runter zu gucken hat nahezu automatisch Schwindel ausgelöst. Das Sitzen selbst hat stark gezwickt, am meisten zwischen den Beinen, am Sack wo noch Fäden waren. Ich glaube mein erstes Mal sitzen hat maximal eine Minute gedauert, dann war ich froh endlich wieder zu liegen. An dem Tag hab ich glaube noch fünf bis zehn mal gesessen. Von Mal zu Mal steigerte ich mich und die Zeit zu sitzen. Einmal durfte ich mich ganz kurz aufstellen, das war unglaublich anstrengend.

23.11.15:

Am siebten Tag post op durfte ich das erste Mal wieder laufen. Der Tag fing an mit dem Akt des Aufsetzten. Dadr

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Ein bisschen Spaß muss sein 😛

auf folgte der langsame und lange Weg ins Badezimmer. Mein bester Freund hatte die Vakuumpumpe in der Hand und ich meinen Katheter.Im Gänsemarsch habe ich dann auch endlich das Badezimmer erreicht. Dort habe ich mir fix die Zähne geputzt und bin dann schnell wieder zurück in mein sicheres Bett. Diese maximal zehn Meter haben mein Herz zum rasen gebracht und ich war froh wieder zu liegen. An dem Tag bin ich noch drei bis vier Mal aufgestanden und ein paar Meter gegangen, das war es dann aber auch schon. Mehr hätte mein Kreislauf nicht mitgemacht.

24.11.15:

Von Tag zu Tag ging es körperlich, aber auch psychisch Berg auf. Es gab immer was zu tun, tägliche Veränderungen und die Nächte wurden endlich angenehmer. Am Vormittag kam ein Ärzteteam um die ersten Fäden zu ziehen und die verhasste Vakuumpumpe zu entfernen. Zuerst wurden die Fäden an meinem Sack gezogen. Das war zwar recht unangenehm und hat gezwickt, aber es war aushaltbar. Danach ging es weiter zu meinem Arm. Vor dem Entfernen der Vakuumpumpe hatte ich viel Angst. Ich hatte Angst vor möglichen Schmerzen, aber auch Angst vor dem ersten Anblick meines Arms. Das Entfernen hat ca. zehn Minuten gedauert und war nicht gerade angenehm.

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Nach acht Tagen das erste Mal wieder ein T-Shirt an mir

Das „schlimmste“ war das Entfernen des Klebers an meinem Arm. Direkt an den Narben soviel zu ruckeln tat einfach weh. Aber insgesamt war meine Angst vor möglichen Schmerzen größer als der tatsächliche Schmerz. Mein Arm sah auch nicht so schlimm aus, wie ich es befürchtet hatte. Als er erst einmal ganz ausgepackt war, konnte ich ihn genau begutachten. Danach wurde er erneut mit einer Jodtinktureingerieben und gut in der Verband verpackt. Laufen ging auch wieder ein Stückchen besser, ich konnte mir das erste Mal wieder ein T-Shirt und einen Bademantel anziehen, also auch mein Zimmer für einen kurzen Spaziergang verlassen.

25.11.15-27.11.15:

In diesem Zeitraum gab es keine großen Veränderungen. Weiterhin gab es an allen zwei Tagen Verbandswechsel, sowohl am Arm als auch am Penoid. Ich bin immer mehr spazieren gegangen und habe geübt im sitzen zu essen. Von Tag zu Tag wurde das Laufen und meine Ausdauer besser. Ich war mit allem sehr zufrieden, es war aber weiterhin sehr anstrengend, sowohl körperlich als auch psychisch.

28.11.15:

12 Tage post op, der Tag meiner Entlassung. Schon früh am Morgen betrat ein Arzt mein Zimmer um mir die letzten Fäden an den Leisten und meinem Arm zu ziehen. Anschließend sollte noch der Katheter entfernt werden. Das Fäden ziehen war erneut nicht angenehm aber aushaltbar. Vor dem Katheter ziehen hatte ich erneut sehr viel Angst. Der Akt selbst hat vielleicht zwei Sekunden gedauert, ein wenig gekratzt aber er war fix draußen, das war unglaublich erleichternd. Danach hieß es: trinken, trinken, trinken. Vor seiner Entlassung muss mein problemlos durch seinen neuen Penoid pinkeln können. Also hab ich viel Wasser in mich hinein geschüttet. Nach knapp einer Stunde hatte ich dann Druck auf der Blase und wollte pinkeln gehen. Nur war das nicht so leicht wie erhofft. Ich wollte pinkeln, aber im Kopf war eine gigantische Blockade. Meine Mutter stellte sich sogar mit mir ins Bad und versuchte alles, damit sich mein Kopf löste. Lies Wasser laufen, auch über meine Hand, aber nichts half mir. Irgendwann, nach langem Sitzen, tröpfelte es endlich aus meinem Penoid. Parallel dazu merkte ich aber, wie es an meinem Sack warm und nass wurde. EINE FISTEL, war direkt mein erster Gedanke und ich hörte schlagartig auf zu pinkeln. Danach bin ich wieder auf mein Bett und habe es meiner Mutter erklärt. Sie meinte aber der Urin wäre nur aus dem Penoid gekommen. Eigentlich musste ich noch mehr pinkeln, aber mein Kopf war nicht frei genug. Dann began die Tortur. Es fing erst mit schwachen Blasenschmerzen an. Diese steigerten sich aber schlagartig innerhalb weniger Minuten. Es waren die schlimmsten Schmerzen meines gesamten Aufenthalts. Es tat wirklich höllisch weh. Ich war am weinen, am schwitzen, am zittern, am frieren, meine Arme wurden taub vor Schmerz. Die Schwestern kamen, gaben mir krampflösend

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Das erste Mal, dass ich wieder halbwegs menschlich aussah

e Medikamente und spritzen mir Opiate ins Bein. Natürlich kam auch fix ein Arzt, er machte aber auch nicht mehr als das was die Schwestern schon getan hatten. Die Tortur zog sich etwa über eine Stunde hin und es war schrecklich. Aber mit der Zeit wirkten die Medikamente und der Krampf löste sich endlich. Im liegen versuchte ich dann in eine Flasche zu pinkeln. Endlich kam Urin aus dem Penoid, aber erneut auch aus der Stelle an meinem Sack. Daraufhin rief ich eine Schwester, die die Fistel fand. Auch der Arzt kam erneut und erklärte mir, dass er mir einen erneuten Katheter hätte legen können, ich dann aber das Krankenhaus an diesem Tag nicht hätte verlassen dürften. Im Nachhinein bin ich sehr froh drüber, dass er dies eben nicht getan hat. Zur Fistel wurde mir erklärt, dass sie sich mit Glück selbst verschließt und ich sie beim pinkeln immer zuhalten solle. Wenn sie nach drei Monaten nicht zugewachsen ist, könnte ich erneut kommen um diese operativ verschließen zu lassen. Gut aufgeklärt und sicher für die Heimreise wurde ich gegen Nachmittag aus dem Krankenhaus entlassen.

UPDATE:
22.12.15:

Dieser Blasenkrampf war einmalig. Die Fistel ist von selbst zugewachsen. Noch ist die Haut an ihr dünn und ich drücke sie weiterhin zu, jedoch tröpfelt nichts mehr aus ihr heraus. Schmerzen halten sich weiterhin in Grenzen, an schlechten Tagen ist Stehen nur sehr anstrengend und tut weh. Sitzen und liegen ist meist schmerzfrei.

Phalloplastik-Talk und Planänderung

So ihr Lieben,

ich versuche jetzt relativ regelmäßig Updates hier auf meinem Blog zu verfassen.

Erstmal komme ich zu der, im Titel benannten, Planänderung:

Ich werde meine Hysto (Entfernung der Gebärmutter) nicht in Troisdorf machen lassen. Ich war auch nicht zum Beratungsgespräch dort. Doch dies liegt keineswegs an dem Krankenhaus oder den behnadelden Ärzten dort. Der Grund ist nämlich, dass ich mich dazu entschieden habe, den Aufbau (Phalloplastik) schon dieses Jahr durchführen zu lassen. Wenn ich dann also schon unterm Messer liegen werde, werde ich auch all die störenden Organe aus meinem Unterleib entfernen lassen.

Nun der versprochene Phalloplastik-Talk:

Wie ihr gerade oben gelesen habt: Ja, ich werde dieses Jahr den Schritt wagen und den Aufbau machen lassen. Ich bin selbst über diese Entschlossenheit, den Willen und vorallem den sofortigen Drang nach dieser OP, erstaunt.
Das Wissen irgendwann in meinem Leben diese OP zu wagen hatte ich seit ich denken kann. Doch erst standen andere Dinge im Mittelpunkt: Outing, Mastek, Hormone, Zukunft, etc. Das habe ich jetzt alles doch sehr erfolgreich hinter mich gebracht. Ich leben nun schon seit zwei Jahren überall als Mann, hatte meine erste OP vor bald einem Jahr und kriege Hormone seit 1 1/2 Jahren. Und all diese Entscheidungen waren bisher mehr als richtig. Für viele reicht dies schon auf ihrem Weg in den richtigen Körper. Insgeheim hatte ich auch immer gehofft, dass mir all diese Schritte reichen würden und ich den „finalen“, großen Schritt für meinen Seelenfrieden nicht brauchen würde.
Doch ich brauche ihn. Ich weiß, dass ich ihn will und dass ich es kaum erwarten kann endlich den Tag der OP zu haben.
Mit dem 9.11.15 habe ich also auch schon ein festes OP-Datum, auf das ich täglich hinfiebern kann.

Es fällt mir gerade relativ schwierig meine Gedanken sinnvoll zu ordnen und über meinen Weg zur Entscheidung des Aufbaus zu sprechen, da die Vorfreude im Moment so riesig ist, dass alles andere klein erscheint.

Wie fing das eigentlich alles an?
Von Beginn an meines Weges war mir klar, dass nur ein Operateur für mich in Frage kommen würde – Dr. Daverio.
Ich hatte mich schon im Laufe meiner Transition genügend über ihn, als auch über alternative Ärzte informiert. Doch auch nach all den Recherchen war ich mir sicher, dass Dr. Daverio der Arzt sein würde, dem ich die Entscheidung über mein Glück in die Hände legen wollen würde.
Ca. vier Monate nach meiner Mastek bin ich in Kontakt mit einem jungen Transmann gekommen, der gerade in Potsdam post operativ war und zu meinem Glück seinen Heilungsprozess auf Facebook festhielt. Dort die Auf und Abs mit zu verfolgen hat mir persönlich schon riesig geholfen. Aber dennoch war die Angst, gar Panik, vor diesem Eingriff noch enorm. Also habe ich x Leute ausfindig gemacht, die zum Aufbau in Potsdam bei Dr. Daverio waren und habe diese angeschrieben und einen regelrechten Fragekatalog mit ihnen Abgearbeitet. Von ihrere Zeit im Krankenhaus bis hin zu Komplikationen und dem Gefühl im neu gewonnenem Penis. Im Schnitt bekam ich von allen die gleichen Infos:
– alles nahezu komplikationslos
– riesen Lob an die Klinik
– riesen Lob an die Ärzte und das Personal
– vollkommene Zufriedenheit mit dem Ergebnis
Das gab mir auch wieder viel Sicherheit und stärke um in die Richtung Aufbau zu gehen.
Irgendwann im Februar 2015, als ich von der Arbeit kam, fasste ich dann den spontanen Entschluss mir einen Termin zum Vorgespräch in Potsdam zu besorgen. Gesagt getan: Ich habe dort angerufen, mir einen Termin in den Ferien geben lassen und alles mit meiner Familie und Freundin für diesen Termin geplant. (Der Termin wurde dann einfach mit einer kleinen Berlinreise kombiniert :P)
Als der Termin dann statt fand, war das Arztzimmer voll, das meine Mutter, mein Vater und meine Freundin mit drin waren. Dazu gab es keinerlei Kommentare. Alles war mega gelassen und lustig. Dennoch war genug Ernst bei der ganzen Sache. In der Klinik habe ich mich direkt sehr wohlgefühlt. Uns wurden Bilder sowohl von der OP selbst, als auch von den Ergebnissen gezeigt und wir konnten sämtliche Fragen los werden. Nach dem Beratunsgespräch haben wir alle erstmal viel geschwiegen und wenig über das erzählte geredet. Ich glaube jedem war klar, dass ich dort in absehbarer Zeit unterm Messer liegen würde und jeder musste die Angst, aber auch die Vorfreude erst mal sammeln. Nach ein paar Minuten Schweigen haben wir uns alle über das Gespräch ausgetauscht. Wir waren alle der gleichen positiven Meinung. Jedoch auf die Frage wann ich die OP machen wollen würde, konnte ich zu dem Zeitpunkt (März 2015) noch keine Antwort geben.
Es vergingen dann wieder weitere Wochen und an einem Abend, machte ich mich erneut auf die Suche nach Daveriopatienten, denen ich meine Fragen stellen könnte. Mein Empfinden war irgendwie immer Etappenweise. Es gab Tage, da war ich vollkommen zufrieden mit meinem Körper und brauchte diese OP für mein Wohlbefinden nicht. Aber dann wie aus dem Nichts fingen wieder Etappen an, wo diese OP für mich unausweichlich war und bis heute ist. Erst waren beide Etappen immer ausgewogen. Aber mit den Wochen überwog der Drang nach dem Wollen der OP. Auf meiner nächtlichen Recherche nach Daveriopatienten, bin ich auf meinen Wegführer gestoßen. Ein Transmann, ende 30. Der Aufbau lag bei ihm vier Monate zurück. Er beantwortete mir alle Fragen gerne und nach kurzem Schriftverkehr bot er mir ein Treffen an, da wir beide aus Köln kommen. Ohne viel nach zu denken habe ich das Angebot angenommen und eine Woche später waren wir in einem Brauhaus verabredet. Dieses Treffen hat den letzten Tropfen in das Fass der Sicherheit gegeben. Er hat mir alles sehr sehr detalliert erzählt. Ist auch jede Angst und Frage von mir eingeganen. Das Highlight des Treffens war dann unser Gang auf die Toilette, wo er mir sein Prachtexemplar zeigte. So wort- und fassungslos war ich glaube noch nie.
Sein Peniod sah einfach nur atemberaubend aus. Ich hatte ihn ja schon zuvor auf Fotos gesehen und er sah letztlich aus, wie all die anderen Daverio-Penoiden auch. Aber dieses Meisterwerk in live zu sehen hat mir den Rest gegeben. Zu fühlen, dass dieser Penoid dann wirklich ein Teil seines Körper ist, durchblutet wird, Emfpindungen hat und einfach dazu gehört. Mit diesem einen Moment, diesem Blick, waren all meine Bedenken, meine Ängste, meine Panik wie weggewischt. Die Vorfreude auf den Tag, an dem ich auch endlich das zwischen den Beinen haben würde war so gigantisch. Ein riesiges Gefühl. Kurz nach dem Treffen habe ich direkt in Potsdam angerufen und mir einen OP-Termin für März 2016 gegeben. Bis dahin wollte ich nochmal in Therapie, um all meine Ängste und Bedenken los zu werden.

Nach dem Treffen vergingen also ein paar Wochen und ich fing an jeden einzelnen Tag bis zur OP zu zählen, bis ich in meinem Sommerulraub den Entschluss gefasst habe, nicht noch länger warten zu wollen. Die OP lieber gestern als morgen zu haben. Es war ein sehr schneller Prozess, indem ich plötzlich doch so fest entschlossen für diesen Schritt war. Doch als ich ihn endlich durchwunden hatte und an dem Punkt war, wo ich wusste „Ja, diese OP ist das richtige und Ja, ich brauche sie so schnell es geht“, fiel mir ein riesiger Stein vom Herzen. Weil einfach all das Grübeln über diesen Schritt nun endlich der Vergangenheit angehört. Also rief ich direkt in Potsdam an und ließ meine OP von März 2016 auf den 09.11.15 verschieben. Bis dahin war ich mir sicher, würde ich noch genug Zeit haben, um mich sowohl mental, als auch körperlich auf diesen Schritt vorzubereiten.

Mental? – Ich machte mir einen Termin bei der gleichen Therapeutin, bei der auch der besagte Transmann seit Jahren war und gar nicht mehr aus dem Schwärmen über ihre Kompetenz raus kam. Und zwar zurecht! Mitte August war dann auch mein erster Termin und dieser hat mich so geflasht. Ich hatte ja schon viele diverse Therapiesitzungen, bei den unterschiedlichsten Therapeuten. Doch sie hob sich von all meinen Erfahrungen ab. Und zwar in einer positiven Art. Wie eine Zwiebel hat sie mein mentales Gerüst geschält, mich auf Schwäche und Stärken aufmerksam gemacht, die ich alleine nie gesehen hätte. Doch nachdem sie diese nannte, passten sie wie die Faust aufs Auge. All diese Selbsterkenntnis war wirklich emotional schwer und auch anstrengend. Allem in allem jedoch auch sehr hilfreich. Mein Beschluss nach der ersten Sitzung: Bis Potsdam und vielleicht auch noch länger, soll sie mich auf meinem Weg und in meinem Leben begleiten.

Körperlich? – Meine Arme sind relativ behaart. Über diese werde ich in naher Zukunft auch ein Update-Post machen. Weil ich lasse die besagten Haare mittels Laserhaarentfernung vernichten. Tut höllisch weh, aber lohnt sich. Bisher hatte ich zwei Sitzungen und bräuchte bis zu dem idealen Ergebnis eigentlich noch so Zeit bis April nächsten Jahres, aber über ein paar Haare dort werde ich wohl hinwegschauen 😛

Bis hierhin habe ich all die Tage gezählt. Jeden einzelnen bis zum 09.11. Tja, bis dann leider morgens Post von Potsdam in dem Briefkasten war, dass die OP leider um eine Woche verschoben wird. Eine Woche mag für die meisten nicht viel sein, doch für mich war es ein riesiger Kack. Also waren es wieder sieben Tage mehr, die ich zählen, warten und aushalten müsste. Aber das ist mein bisheriger Stand auf dem Weg zu meiner Phalloplastik. Der OP Termin ist der 16.11.2015. Ein Montag übrigens. Es sind noch genau 78 Tage. Noch ist die Aufregung und Vorfreude größer als die Angst, jedoch befürchte ich, dass sich dies ändern wird, desto näher meine OP rückt.

Ich werde euch nun regelmäßiger auf dem Laufenden halten, da dies ein riesiger Schritt für mich sein wird und ich euch gerne über alles, und das ganze Drumherum, up to date halten würde.

Bis die Tage.

Love always,
Aaron Joel